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Schlösser und Burgen

Die Schatzkammern der Könige

Schweriner SchlossDeutschland ist für viele internationale Gäste der Inbegriff eines Märchenlandes. Und das zu Recht. Von den Wasserschlössern Schleswig-Holsteins bis zu den majestätischen Burgschlössern der Bayernkönige verteilen sich über 800 Schlösser, Burgen und Burgruinen über das Land.
Ob Gäste aus Asien, die hier eine fremde Kultur bewundern oder Touristen aus Amerika, die das historische Antlitz des „Good old Europe“ suchen – Menschen aus aller Welt schätzen Deutschland für die sorgfältige Pflege seiner historischen Schätze.

Neben der aufwändigen und liebevollen Restaurierung der einstigen Herrschaftshäuser dokumentieren Deutschlands Kulturstiftungen auch die Lebenskultur vergangener Epochen. Gerade in den letzten Jahrhunderten waren deutsche Adelige nicht nur große Bauherren sondern auch Sammler und Förderer von Kunst und Wissenschaft.
Als Europas fleißigstes Museumsland hat Deutschland seine Schlösser und Burgen für den Besucher zugänglich gemacht. Hier öffnen sich die Pforten für aufregende Zeitreisen durch vergangene Welten. Die ältesten Gebäude blicken sogar auf eine tausendjährige Geschichte zurück.

Für Interessierte haben wir hier eine kurze Übersicht über die wichtigsten Bauepochen mit ausgewählten Beispielen zusammen gestellt.


Die Burgen des Mittelalters

Sie liefern die Vorlagen für die aufregendsten Märchen- bzw. Phantasiegeschichten der Neuzeit: Die Ritterburgen des Mittelalters. Ihre Erbauung stand ganz im Dienste der Eroberungs- und Machtkämpfe zwischen den damaligen Herrschaftsgeschlechtern. So wurden sie strategisch günstig auf Berggipfeln errichtet, was häufig recht bizarre Silhouetten zur Folge hatte. Die Säle und Gemächer im Burginneren wurden oft über die Jahrhunderte hinweg ausgeschmückt und verändert. In den Museen kann man oftmals Alltagsgegenstände aus mehreren Jahrhunderten bestaunen.
Manche historische Burgen haben sich aber auch über viele Jahrhunderte als Ruinen erhalten und können als solche besichtigt werden.
Die meisten Burgen und Burgruinen Deutschlands befinden sich in den Berglandschaften im Süden.

Kaiserburg NürnbergEine der ältesten und berühmtesten Burgen ist die Nürnberger Kaiserburg. Bereits seit 1050 war sie die Residenzstätte römischer Kaiser. Eine Attraktion des Museums ist der reich geschmückte Kaiserpalas. Eine besonders mächtige Ritterburg war auch die Festung Königstein bei Dresden, die über Jahrhunderte hinweg uneinnehmbar war. Seit 1233 steht sie mit ihren mächtigen Wehranlagen auf ihrem Hügel in der Sächsischen Schweiz. Sie beherbergt mehrere Museen, unter anderem ein historisches Waffenmuseum der Bundeswehr.
Die Burg mit der längsten Burgmauer befindet sich über dem oberbayrischen Barockstädtchen Burghausen. Hier befindet sich eine spätgotische Kunstsammlung der Bayrischen Staatsgalerie.

Die Schlossburgen der Renaissance

Heidelberger SchlossNachdem sich die Baukunst der Gotik über Jahrhunderte auf die Errichtung von Gotteshäusern konzentrierte, begann ab dem 16. Jahrhundert mit der Renaissance ein neues Zeitalter für weltliche Bauherren. Angeregt von den Palazzos in Italien ließen auch die Adeligen auf deutschem Gebiet ihre Residenzen zu architektonischen Kunstwerken ausbauen. Die Renaissance (dt. Wiedergeburt) nahm v.a. die Baukunst der Antike wieder auf. Oft wurden vorhandene Burgen ausgebaut, sie erhielten Säle und Gemächer, die durch Säulen, Kapitelle und Fresken gestaltet waren. Einer der größten Renaissance-Bauten Deutschlands ist das Heidelberger Schloss. Es ist die größte und vielleicht berühmteste Schlossruine Europas.
Ein bedeutender Renaissance-Neubau war das Schloss Johannisburg in Aschaffenburg. Im dortigen Museum kann man die weltgrößte Sammlung historischer Architekturmodelle aus Kork bewundern.

Die Prachtbauten des Barocks

Zu Beginn des 18. Jahrhundert setzte in den Königshäusern Europas eine bisher nie da gewesene Bauleidenschaft ein. Angeregt vom Schloss von Versailles, das der französische „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. bereits ab 1661 erbauen ließ, errichteten deutsche Königshäuser nun ihre prächtigen Residenzen und eroberten neue Dimensionen. Sowohl räumlich, als auch im Reichtum der Verzierungen, der Verwendung edler Materialien und der Beauftragung renommierter Künstler. Die Bezeichnung Barock ist damit zum Inbegriff für Reichtum, Fülle und Üppigkeit geworden. Noch heute kann man der barocken Malerei entnehmen, dass selbst das körperliche Idealbild des Menschen von Üppigkeit bestimmt war.
Das Vorbild Versailles schlug sich nicht nur auf die Baukunst nieder, der deutsche Adel gewöhnte sich auch an, französisch zu sprechen und übernahm den Zeitvertreib des „Flanierens“. So wurden vor den Toren vieler deutscher Schlösser auch kunstvolle Parks und Gärten angelegt, die mit Brunnen, zahlreichen Statuen und Laubengängen verziert waren.

Schloss SanssouciNeben der Zurschaustellung von Prunk und Pracht entwickelte sich mit den Schlössern auch ein intensives Leben am Hof. Schlösser wurden zu den Kulturstätten des Adels. Hier wurden Wissenschaft und Kunst gefördert. Theater, Konzertsäle, vorwissenschaftliche „Wunderkammern“ und Akademien waren Bestandteile von Schlössern. Auch waren die adeligen Schlossherren die wichtigsten Kunstsammler des 18. und 19. Jahrhunderts. Zu den größten Barockschlössern Deutschlands, die auch ein umfassendes Museumsangebot beherbergen, gehören das Schloss Sanssouci in Potsdam, der Dresdner Zwinger, das Schloss Ludwigsburg mit seinen wunderbaren Barockgärten und das Schloss Solitude in Stuttgart.

Neugotik und Historismus

Nach der Blütezeit des Barock besannen sich die königlichen Bauherren auf die vorangegangenen Baustile und entdeckten sie für ihre Wiederverwendung. So begeisterte man sich nach englischem Vorbild an alten Burgruinen, die sich ausbauen ließen. Weltweit berühmtestes Beispiel für Deutschland ist das Schloss Neuschwanstein. König Ludiwg II. beschloss 1868 die damals verfallene Ruine mit größtem Aufwand auszubauen und sich dabei an gotischen Baustilen zu orientieren. So nimmt es nicht Wunder, dass der Thronsaal von sakraler Wirkung ist.
Andere Schlossbauherren des 19. Jahrhunderts entwickelten den Ehrgeiz, mehrere historische Baustile zugleich in ihrer neuen Residenz zu vereinen. Ein besonders außergewöhnlicher Prachtbau dieses Historismus ist das Schweriner Schloss, das seine Existenz dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin Friedrich Franz II. verdankt.
Mit seiner verspielten Vielfalt an Bauelementen, seinen unterschiedlichen Türmen, Kuppeln, Balkonen und Brüstungen sieht es tatsächlich aus, wie ein echtes Märchenschloss.

In vielen Schlossbauten in Deutschland findet man übrigens eine Ansammlung verschiedener Baustile, die dem ständigen Aus- und Weiterbau über die Jahrhunderte geschuldet ist.
Die genannten Beispiele sind auch nur eine kleine Auswahl aus der großen Vielfalt der Schlösser und Museen in Deutschland.
Wenn Sie ein Schloss oder eine Burg in einer bestimmten Region suchen, sehen Sie sich einfach auf diesen Seiten um. Sicher finden Sie ein Königshaus, das in seinem Museum auch die Schätze der einstigen Bewohner aufbewahrt hat.

Für eine vertiefende Information empfehlen wir ihnen auch folgende Links

http://www.schloesser.bayern.de/index.htm
Bayrische Schlösserverwaltung

http://www.spsg.de/
Stiftung Preußischer Kulturbesitz

http://www.dome-schloesser.de/
Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt

http://www.schloesser-magazin.de/
Schlösser und Gärten Baden Württemberg