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Film ab

Das Museum ist für den Film mehr als ein interessanter Drehort.
In dem Buch „Museum und Film“* finden sie viele spannende Zusammenhänge zwischen Ausstellungshalle und Kinoleinwand.
Museumsfuehrer.de hat für Sie die interessantesten Fakten zusammen gestellt:

Museen als FilmschauplatzAls Filmschauplatz bietet das Museum hervorragende Möglichkeiten. Räumlichkeiten mit hohen Deckenkuppeln, Säulen und lichtdurchfluteten Fenstern sorgen für traumhafte Einstellungen. Die stimmungsvolle Atmosphäre ist ideal für Liebes-Szenen oder für besinnliche Momente einsamer Filmhelden geeignet. Beides zusammen war zum Beispiel im Kinofilm „Homo Faber“ 1991 zu sehen. Der Moment, wo der alternde Ingenieur seine junge Geliebte wieder trifft, spielte im Pariser Louvre.
Doch die meisten „Museums-Filme“ lassen sich lieber von der „Unheimlichkeit“ dieses Ortes inspirieren. Eine Wiener Studie hat ergeben, daß Museen im Film überwiegend als Schauplatz für Mord, Verbrechen und Zerstörung genutzt wurden. Die wertvollen Objekte und das Dogma des Sicherheitsabstandes, das in den klassischen Museen herrscht, scheint für die kriminalistische Phantasie äußerst anregend zu sein. In Museums-Krimis splittern die Glasvitrinen, stürzen riesige Tierpräparate auf fliehende Opfer und raffinierte Verbrecher legen die Alarmanlage still. Museen werden zur Stätte für den perfekten Kunstraub oder auch den perfekten Mord.
Dennoch, der Einfluß der Museen auf die Filmindustrie geht weit darüber hinaus. Einige Film-Inhalte wären ohne die Leistungen der Museen gar nicht denkbar. So z.B. die zahllosen Dino-Saurier-Filme. Ohne die Knochenfunde und Skelett-Restaurierungen der archäologischen Museen hätten wir bis heute keine Vorstellung von den voreiszeitlichen Großechsen, die inzwischen eine ganze Filmsparte bevölkern.
Ein anderes Museums-Objekt, dem die Filmindustrie bereits seit 1914 verfallen ist, ist die ägyptische Mumie. Das aktuelle DVD-Produkt „Die Mumie kehrt zurück“ ist derzeit ein Verkaufsschlager im Fantasy-Film.
Dabei beruht das Erfolgsrezept dieses Streifens auf der Grundfrage der Museen schlechthin: Wie kann man vergangenes Leben der Vergänglichkeit entreißen? Bzw. Wie lebendig kann die tot geglaubte Vergangenheit noch einmal werden?
Experten in Sachen Vergänglichkeit sind natürlich die Science-Fiction-Filmer. Kein Wunder, daß in ihnen häufig das Motiv des Museums auftaucht. In „The Sleeper“(1973) hat Woody Allen 200 Jahre „auf Eis“ gelegen und soll nun einem Museumsdirektor von 2173 anhand von ausgestellten Alltags-Gegenständen sein einstiges Leben erklären. So erlebt sich der Zuschauer mit einem Mal selbst als Museums-Objekt, oder zumindest als Teil einer vergangenen und ziemlich verkorksten Gesellschaft.
In dem berühmten amerikanischen Film „Westworld“ von 1973 werden auf geniale Weise alle Aspekte des Zusammenspiels von Film und Musealisierung verarbeitet. Schauplatz ist ein Erlebnis-Museum im Wild-West-Stil. Ausstellungsstücke sind lebensechte Roboter, welche die Cowboy-Welt des 19. Jahrhunderts zum realistischen Event machen. Der Besucher kann sich mit ihnen schlagen und duellieren, ohne daß jemand zu Schaden kommt, denn die Roboter sind auf „Verlieren“ programmiert. Doch eines Tages schleicht sich ein Systemfehler in die Programme ein und die Ausstellungsobjekte schlagen zurück.
Was auch immer man darüber denken mag, eines machen uns die Filme-Macher ganz bestimmt deutlich: Museen stecken voller Geheimnisse und Geschichten. Man muß nur hingehen.

* „Museum und Film“, Verlag Turia + Kant, Wien 2003



Auch der Film selbst ist inzwischen zum Ausstellungsobjekt geworden.
Hier geht es zu den fünf großen Filmmuseen in Deutschland:

Deutsches Filmmuseum Frankfurt
www.deutsches-filmmuseum.de

Filmmuseum Berlin
www.filmmuseum-berlin.de

Filmmuseum Düsseldorf
www.duesseldorf.de/kultur/filmmuseum/

Filmmuseum Potsdam
www.filmmuseum-potsdam.de

Filmmuseum des Stadtmuseums München
www.stadtmuseum-online.de