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Dr. Museum

Sie haben keine Lust mehr auf Tabletten, aber Ihr Arzt weiß auch nicht weiter und Omas Hausapotheke gibt es nicht mehr? Es klingt vielleicht überraschend, aber ein Besuch im Museum kann Ihnen hilfreiche Alternativen eröffnen.

NaturkundemuseenIn der Museumsgeschichte hatte die Suche nach neuen Heilmethoden von Anfang an eine große Bedeutung. Der Gründer der ersten Naturalienkammer Europas war ein Apotheker. Und auch das älteste Museum der Welt „The British Museum“ in London geht auf die Sammlungen eines Arztes zurück.
Heilpflanzen, Präparate und Kur-Methoden findet man noch heute in Naturkundemuseen, historischen oder Hygienemuseen. Überdies erfährt man in Museen Einiges zur Kulturgeschichte der Krankenheilung. Allein schon die verschiedenen Auffassungen über den Krankheitsbegriff, über Selbstheilungskräfte und psychosomatische Zusammenhänge können die Einstellung zum eigenen Befinden verändern.
In den letzten Jahren wurden sogar mittelalterliche Heilkonzepte wieder neu entdeckt und angewendet. So z.B. die Heilmethoden von Hildegard von Bingen, die in einem Bamberger Museum vorgestellt werden.

Mit der weltweiten Seefahrt bekam das medizinische Sammler-Interesse neue Dimensionen. Völkerkundler ließen sich von fremden Kulturen über deren medizinische Praktiken unterrichten. Noch heute sind Ethnologen engagierte Vermittler, wenn es um Alternativen zur europäischen Schulmedizin geht. So bietet das Grassi-Museum in Leipzig regelmäßige Vortrags- und Demonstrationsreihen zu alternativen Heilmethoden aus aller Welt an. Im Hamburger Völkerkundemuseum sprach kürzlich ein bedeutender buddhistischer Mönch über die Selbstheilungskräfte der Seele. Selbst das einst verpönte Schamanentum wird nun als realistische Heilungs-Alternative erforscht und in Völkerkunde-Museen vorgestellt.

Viele Völkerkundler und Medizin-Historiker sind in internationalen Netzwerken zur Alternativ-Medizin engagiert. Deshalb sind auch für die Zukunft heilsame Angebote aus dem Museum zu erwarten.